Anwendungsbeschreibung und Ziel

Das Projekt „Gesunde Arbeit Sächsischer Handel (GASH)“ gilt dem Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und Gesundheit von Mitarbeitern aus der Branche Handel und Warendistribution. Während der Projektlaufzeit wurden über 20 sächsische Handelsunternehmen begleitet. Nach einer Vorbefragung in den Unternehmen zur Erhebung des Ist-Standes der Arbeitsfähigkeit und Gesundheit der Beschäftigten und zur Erhebung der erforderlichen Daten zur Entwicklung des Screenings SERBiTH (Screening zur Erfassung arbeitsbezogener Ressourcen und Belastungen bei interaktiven Tätigkeiten im Handel) wurden die Ergebnisse in Gesundheitszirkeln mit den verantwortlichen Akteuren aus den Unternehmen diskutiert und Handlungsfelder zur physischen und psychischen Gesundheit festgelegt und darauf basierend Maßnahmen definiert. Nach Anpassung und individueller Umsetzung der gesundheitsfördernden Maßnahmen in den Unternehmen gab es eine Nachbefragung, die die Wirksamkeit der Maßnahmen sowie den Erhalt und die Förderung der Arbeitsfähigkeit belegt.

Im Rahmen des Projekts ist das Screening SERBiTH sowie eine zugehörige Handlungshilfe entstanden. Das Screening kann als Teilaspekt der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung entsprechend dem Arbeitsschutzgesetz §5 im Unternehmen eingesetzt werden. Es hilft dabei, die psychischen Arbeitsanforderungen der Beschäftigten in der Arbeitstätigkeit mit Kundenkontakt einzuschätzen. Das Ergebnis gibt Anhaltspunkte für Maßnahmen zur Stärkung der Mitarbeiterressourcen im Sinne der Gesundheitsförderung. Ziel des Einsatzes des Kurzfragebogens ist es, die Ist-Situation im Unternehmen bezüglich der psychischen Anforderungen der Mitarbeiter durch personenbezogenen Tätigkeiten abzubilden. Daraus soll dann abgeleitet werden, in welchen Merkmalsbereichen (Subskalen) die Mitarbeiter über Ressourcen verfügen bzw. in welchen Bereichen Handlungsbedarf im Sinne von Maßnahmen zur Stärkung der Mitarbeiterressourcen und damit zur Förderung ihrer psychischen Gesundheit besteht. Die Arbeit mit dem Fragebogen hilft auch dabei, künftige Maßnahmen zu Themen wie der Förderung der psychischen Gesundheit oder zum Bedarf und Angebot von Fort- und Weiterbildung abzuleiten und zu priorisieren. Die zugehörige Handlungshilfe (Quick-Start) gibt einen schnellen Überblick über die praktische Arbeit mit dem Kurzfragebogen SERBiTH.

Gesunde Arbeit Sächsischer Handel (GASH)

Kombinierbarkeit/Verbindung zu anderen Tools

Kombinierbar bzw. zu ergänzen durch die AKKu-Arbeitsfähigkeits- und Altersstrukturanalyse, durch die Kurz- und Expertenchecks AKKu-Arbeitsfähigkeit in kleinen Unternehmen erhalten bzw. die AKKu-UnternehmensPEP, dem Work Ability Index (WAI) und weiteren Instrumenten zum Thema Gesundheits- bzw. Arbeitsschutz. Werden Engpässe festgestellt oder sollen diese präventiv vermieden werden, bieten sich je nach Ergebnis folgende Instrumente an: Tools zur Qualifizierung und Kompetenzentwicklung, zur qualifizierten Personalauswahl und -entwicklung (Führung) sowie zur Gestaltung gesunder Arbeit (Gesundheit).

Beurteilungskriterien, z.B.:

Weitere Angebote

  • Bezug zum Einzelhandel: für die Handelsbranche entwickelt

  • Demografiebezug: Altersbezug, Generationenbezug, lebensphasenorientiert

  • Voraussetzungen: keine spezifischen, Kenntnisse Gefährdungsbeurteilung von Vorteil

  • Einsetzbarkeit: für die Handelsbranche entwickelt, filialisierte Strukturen, einsetzbar in kleinen, mittleren und großen Unternehmen, Möglichkeit der Nutzung des Kurz- fragebogens ist individuell für jedes Unternehmen zu prüfen, da für die anonyme Befragung vergleichbare arbeitsplatzbezogene Mitarbeitergruppen zu bilden sind, kann aus gegebenem Anlass oder präventiv eingesetzt werden

  • Ausrichtung des Tools: verhältnisorientiert

  • Anwender im Betrieb: Unternehmer, Führungspersonen, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Interessenvertreter der Arbeitnehmer, Gesundheitsbeauftragte, weitere Mitarbeiter, die im Unternehmen mit Aktivitäten zur Förderung und zum Erhalt der Mitarbeitergesundheit beauftragt sind

  • Zugang: kostenfrei verfügbar unter http://gesund-handeln.de/mozilo/cms/download.php?cat=20_Aktuelles&file=SERBiTH.pdf

  • Betrieblicher Aufwand: ca. 10 Minuten zur Beantwortung des Kurzfragebogens SERBiTH

  • Unterstützung für den erfolgreichen Einsatz (Aspekte zur Nachhaltigkeit): Einsatz eines Befragungsleiters, für große Unternehmen: Integration in reguläre Mitarbeiter- befragung empfehlenswert (wegen Datenauswertung), Einsatz während der Arbeitszeit, um von möglichst vielen Mitarbeitern Rückmeldung zu erhalten, Gewährleistung des Datenschutzes/der Anonymität der Befragten muss sichergestellt sein, keine „Vermischung“ von Mitarbeitern mit viel bzw. wenig Kundenkontakt, Zustimmung des Betriebsrats einholen, Information der Mitarbeiter über den Zweck der Befragung, größtmögliche Objektivität (z. B. Durchführung der Befragung durch einen externen Befragungsleiter), kein Einsatz des Fragebogens zu Stoßzeiten mit erhöhtem Arbeitsaufkommen (außer es soll die Belastungssituation unter diesen Bedingungen erfasst werden)

© 2017 Gesellschaft für Gute Arbeit