Anwendungsbeschreibung und Ziel

Der Work Ability Index (WAI), im Deutschen auch Arbeitsbewältigungsindex (ABI) bzw. Arbeitsfähigkeitsindex oder Arbeitsbewältigungsindex genannt, ist ein Messinstrument zur Erfassung der Arbeitsfähigkeit von Erwerbstätigen. Es handelt sich um einen Fragebogen, der entweder von den Befragten selbst oder von Dritten ausgefüllt wird. Ziel der Anwendung ist die Förderung bzw. Erhaltung der Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten. Der WAI zeigt auf, inwieweit ein Arbeitnehmer angesichts seiner persönlichen Voraussetzungen und der bei ihm vorliegenden Arbeitsbedingungen in der Lage ist, seine Arbeit zu verrichten. Der WAI unterscheidet sich von klassischen Fragebogeninstrumenten, da es sich um ein sehr heterogenes Konstrukt handelt, das die Arbeitsfähigkeit in sieben Dimensionen (mit insgesamt 10 Fragen und einer Diagnoseliste) erfasst. Als Ergebnis der Befragung resultiert ein WAI-Wert zwischen 7 (keine Arbeitsfähigkeit) und 49 (maximale Arbeitsfähigkeit). Dieser Wert kann zu Referenzdaten in Bezug gesetzt werden. Das WAI-Verfahren liegt als Kurz- und Langversion vor, die Langversion ist hauptsächlich für den Einsatz im betriebsärztlichen Kontext gedacht. Die Kurzversion hat sich bei Erhebungen in größeren Gruppen (z. B. bei wissenschaftlichen Studien) als geeignet erwiesen, kann aber auch bei der betrieblichen Wiedereingliederung oder in Mitarbeiterbefragungen eingesetzt werden.

Der WAI ist kein Messinstrument im herkömmlichen Sinne, sondern in erster Linie als Index, Indikator bzw. als Tool zu verstehen, das in engem Zusammenhang mit dem Konzept der Arbeitsfähigkeit anzuwenden ist, in dem die betrieblichen und individuellen Auswirkungen einer ganzheitlichen betrieblichen Betrachtung der Arbeitsfähigkeit skizziert sind. Demnach ist die nachhaltige Förderung der Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten das Resultat von Präventionsmaßnahmen in vier Handlungsfeldern: individuelle Gesundheit, Arbeitsinhalt und Arbeitsumgebung, Aspekte der Arbeitsorganisation und Führung sowie professionelle Kompetenz der Arbeitnehmer/-innen. Der WAI vermittelt Unternehmen ein Bild von der Arbeitsfähigkeit ihrer Beschäftigten, die Verantwortlichen erfahren, inwieweit die individuellen körperlichen, mentalen und sozialen Fähigkeiten der Beschäftigten mit den Inhalten und der Organisation der Arbeit im Unternehmen übereinstimmen und wo konkreter Veränderungsbedarf besteht. Zur besseren Auswertung der Ergebnisse können Mitglieder des WAI-Netzwerkes (http://www.arbeitsfaehig.com/de/wai-netzwerk-35.html) kostenlos Referenzdaten erhalten.

Work Ability Index (WAI)

Kombinierbarkeit/Verbindung zu anderen Tools

Kombinierbar bzw. zu ergänzen durch die AKKu-Arbeitsfähigkeits- und Altersstrukturanalyse, durch die Kurz- und Expertenchecks AKKu-Arbeitsfähigkeit in kleinen Unternehmen erhalten bzw. die AKKu-UnternehmensPEP und mit weiteren Instrumenten zum Thema Gesundheits- bzw. Arbeitsschutz. Werden Engpässe festgestellt oder sollen diese präven- tiv vermieden werden bieten sich je nach Ergebnis folgende Instrumente an: Tools zur Qualifizierung und Kompetenzentwicklung, zur qualifizierten Personalauswahl und - entwicklung (Führung) sowie zur Gestaltung gesunder Arbeit (Gesundheit).

Beurteilungskriterien, z.B.:

Weitere Angebote

  • Bezug zum Einzelhandel: gut einsetzbar, auch im Handel erprobt

  • Demografiebezug: Altersbezug, Generationenbezug, lebensphasenorientiert

  • Voraussetzungen: keine spezifischen

  • Einsetzbarkeit: auch im Handel erprobt und gut einsetzbar, filialisierte Strukturen

  • Ausrichtung des Tools: verhaltensorientiert

  • Anwender im Betrieb: Betriebsärzte/-ärztinnen, Zuständige für BEM, Arbeitsmediziner, arbeitswissenschaftliche Experten

  • Zugang: kostenfrei verfügbar unter http://wai-netzwerk.uni-wuppertal.de/picture/upload/file/WAI-Kurzversion_mit%20Auswertung_2015.pdf http://www.inqa.de/SharedDocs/PDFs/DE/Handlungshilfen/WAI-Leitfaden-BAuA.pdf?__blob=publicationFile&v=1

  • Betrieblicher Aufwand: individuelle Anwendung mit anschließendem WAI-Gespräch: 20-30 Minuten, Anwendung ohne WAI-Gespräch 5-7 Minuten (je nach Eigenart der Person bzw. Anwendungsfeld)

  • Unterstützung für den erfolgreichen Einsatz (Aspekte zur Nachhaltigkeit): Kombination mit weiteren Instrumenten bzw. Untersuchungen (z. B. COPSOQ - Copenhagen Psychosocial Questionnaire) z. B. zur Identifikation von Risikofaktoren für geringe Arbeitsfähigkeit; wiederholte WAI-Erhebungen zur Darstellung der Entwicklung der Arbeitsfähigkeit und der Messbarkeit der Erfolge von Interventionsmaßnahmen; freiwillige Teilnahme der Mitarbeitenden, sicherstellen von Datenschutz und Vertraulichkeit der Daten, nicht als Instrument zur Personalauswahl oder Personalselektion zu verwenden, Veröffentlichung der Ergebnisse erst für Gruppen ab 10 Personen zulässig, schriftliche Zustimmung der Geschäftsführung und des Betriebs- oder Personalrats bei betriebsepidemiologischer Anwendung

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